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CROSS X

Mit CROSS X verfügt die Lechmetal-Area über eine verdammt ausgereift klingende Formation (das in Reviews offenbar gerne benutzte Stigma "Metalcore" umgehe ich bewusst, da für meine Begriffe in Zusammenhang mit der Band eher nachrangiger Natur). CROSS X vermengen in gekonnter Manier cleane & genreesque geshoutete Vocals mit lupenreinem NYC-Style-Hardcore, der als Marschrichtung grob an BIOHAZARD in besseren (weil älteren) Tagen erinnert. Von meinem Kontaktmann + Bandbasser Steini wegen chronischen Zeitmangels an Axeman Falko delegiert, zeigt sich dieser als sehr angenehmer und offener Gesprachspartner.

falko

01. Welche Idee steckt hinter der Band, wie würdet ihr euch stilistisch einsortieren?
Falko: Cross X, wie der Bandname schon sagt, steht eigentlich gerade für die Vielzahl der Einflüsse. Wir wollen uns keine Schubladen basteln, um uns wohnlich einzurichten und für den Rest des Bandlebens darin zu verkriechen. Cross X hat (so blöde sich das heute anhören mag) als Crossover-Band angefangen. Auch wenn unser Sound heute deutlich in Richtung Hard- Metal- oder vielleicht sogar Emocore geht, sind wir im Grundsatz dieser Idee treu geblieben. Da hört sich ein Song vielleicht auch mal mehr nach Punkrock an, bitteschön. Dennoch soll natürlich alles ins Gesamtbild passen. Das ist uns bisher jedoch auch immer gelungen, ohne uns zu verbiegen.

02. Gibt es einen kreativen Kopf innerhalb der Band, der das musikalische Konzept weitgehend vorgibt oder wird bei euch der demokratische Grundgedanke gelebt?
Falko: Wir sind weitestgehend demokratisch, wenn man so will. Natürlich gibt es dennoch so was wie eine Aufgabenteilung. Sänger Nico, der auch die Texte schreibt, steht dadurch zunächst natürlich etwas mehr im Vordergrund. Oder unser Schlagzeuger Oliver, der sich vorwiegend um das Recording kümmert. Die meisten Songs schreiben wir jedoch nach wie vor zusammen im Proberaum und auch alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.

03. Welche musikalischen Vorbilder hattet ihr bei Bandgründung, von welchen Bands lasst ihr euch heute inspirieren?
Falko: Cross X hat eigentlich als Schülerband angefangen und seit dieser Zeit hat es auch schon einige Wechsel in der Besetzung gegeben. Von Beginn an war jedoch eine grundsätzliche Orientierung in Richtung Metal bzw. Crossover klar. Heute sind auch durch die neuen Mitglieder eine Vielzahl von Einflüssen hinzugekommen und die Band lässt sich musikalisch sicher nicht in einen Topf werfen. Wenn man wirklich alle Bands aufzählen will, von denen wir beeinflusst sind, so tauchen beispielsweise auch Namen wie „Madonna“ auf. Wirklich relevant für unsere Musik sind jedoch selbstverständlich eher Bands aus dem härteren Bereich. Auf Poison The Well, Soulfly oder Rage Against The Machine können wir uns eigentlich alle einigen.

04. Wie lauten deine aktuellen drei Lieblingsscheiben?
Falko: Wenn ihr mich persönlich fragt: „Whatever People Say I Am, That's What I'm Not“ (von der englischen Garagenrock-Band ARCTIC MONKEYS, Anm. d. Verf.) ist ein wirklich gutes Mainstreamalbum, auch wenn es hier vielleicht nicht ins Konzept passt. Dann natürlich die BILLY TALENT, selten so eine innovative Scheibe gehört. Und bis dieses Interview erscheinen wird, wird sicher auch „In a Million Pieces“ von THE DRAFT zu meinen Lieblingsscheiben zählen, zumindest bis sich HOT WATER MUSIC wieder zusammenraufen.

05. Welches Ereignis war aus Sicht der Band bis dato das Highlight?
Falko: Es gab sicher schon einige Highlights. Zu nennen währen Gigs im Vorprogramm bekannterer Acts wie CROSSCUT, den BANANAFISHBONES oder LOIKAEMIE. Aber es gab auch einige kuriose Begebenheiten, wie beispielsweise das bestuhlte Openair Konzert diesen Sommer in Ulm. Eines der Highlights aus persönlicher Sicht war sicher auch der Gig bei einer CSU Propaganda-Veranstaltung (SÖÖÖÖDER!!!!!! - Anm. d. Verf.). Mit uns haben sie dort sicher nicht gerechnet und Franz-Josef hätte sich sicher im Grab umgedreht.

06. Könnt ihr mit dem Verhältnis aus eurem Engagement und dem, was an Resonanz dabei herauskommt, zufrieden sein oder hat das Publikum die Band noch nicht vollständig angenommen?
Falko: Unser Bestreben war es eigentlich immer selbst mit unserer Musik zufrieden zu sein. Und in den ersten Jahren spielte die Band auch relativ wenig Konzerte. Spätestens nach dem Besetzungswechsel 2002 nahm jedoch das Engagement, auch live zu spielen, deutlich zu und in den letzten Jahren konnten wir bei zahlreichen Konzerten, insbesondere in der Ulmer Region mit der Resonanz eigentlich durchaus zufrieden sein.

07. Welche Ziele verfolgt ihr mit eurer Band?
Falko: Wir sind gerade dabei ein neues Album aufzunehmen, welches voraussichtlich Anfang nächsten Jahres erscheinen wird. Diesmal ein richtiger Longplayer, der sicher auch einige Überraschungen enthalten wird. Unser Ziel ist es, kurzfristig vor allem mehr im weiteren Umkreis zu spielen und möglichst vielen Leute unsere Musik zu zeigen.

08. Seht ihr innerhalb des Genres, in dem ihr euch bewegt, noch Weiterentwicklungspotenzial, oder ist die Idee dahinter weitgehend ausgereizt?
Falko: Genau hier liegt vielleicht der Vorteil, wenn man sich nicht auf einen Stil festlegt und als Quasi-Coverband sein Publikum sucht. Wir haben uns ständig weiterentwickelt. Bei unserer letzten CD wurde uns das sogar von einigen Leuten zum Vorwurf gemacht. Aber auch das neue Album wird dabei keinen Unterschied machen. Allein schon die Tatsache, dass Nico keineswegs nur grölt, sondern ebenso auch mal spricht, singt oder schreit eröffnet viele Möglichkeiten die für andere Bands verschlossen bleiben. So haben wir in die letzten Songs zunehmend auch ruhigere Melodien eingebaut, um nicht immer gleich das volle Brett auszupacken. Aber es werden sicher auch wieder andere Zeiten kommen.

09. Gibt es deiner Meinung nach eine regionale Metalszene im weiträumigen Einzugsgebiet von Augsburg/Ulm oder handelt es sich dabei um autark operierende Bands?
Falko: Leider kann ich dazu relativ wenig sagen. Obwohl unser Sänger Nico und ich selbst seit längerem in Augsburg wohnen, haben wir noch nicht das Glück gehabt, hier spielen zu dürfen und deshalb auch noch nicht viel Erfahrung mit der hiesigen Szene gehabt. Genauso fällt es aber Augsburger Bands, die ich kenne, auch schwer in Ulm zu spielen. In Ulm gibt es vielleicht so etwas wie eine Art „Szene“, die aber auch ständig im Wandel ist. Im Allgemeinen haben wir bisher bei den meisten Konzerten tollen Kontakte zu den anderen Bands gehabt und es gibt immer wieder befreundete Bands mit denen man Gigs tauscht usw. Dabei ist es eigentlich egal, ob man hier von Metal- Punk- oder Hardcoreszene sprechen mag oder es einfach nur als Freundschaft bezeichnet.

10. Ein abschließendes Statement bitte!
Falko: Schaut auf unsere Homepage, ladet euch unsere Songs herunter, schreibt ins Gästebuch und kommt zu jedem Konzert. Vielleicht auch bald mal in Augsburg...

Der letzte Satz wird unserem Promoter Sparkass dick ins Lastenheft geschrieben. Falko, vielen Dank für das prima Inti!

Spuren im Netz: http://www.crossx.de

 

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