Obscurity Interview mit Agalaz

Obscurity Interview mit Agalaz
Wir haben die Gelegenheit genutzt, Obscurity beim Konzert in Bremen zu interviewen.
Agalaz, Gitarrist, Sänger und Gründungsmitglied der Band hat sich bereit erklärt mir ein paar Fragen zu beantworten.
Ich befinde mich im Magazinkeller Bremen und neben mir sitzt Agalaz, der Sänger der Band Obscurity.
Wie geht es dir?
Joa, so weit geht es mir ganz gut, die alten müden Knochen machen es nicht mehr so und meine Stimme lässt Einiges zu wünschen übrig, weil ich noch ein bisschen erkältet bin.
Ansonsten ist alles senkrecht!
Das war das erste Mal, dass ihr in Bremen gespielt habt, wie war es?
Ich persönlich muss im Namen der Band sagen, es hat uns sehr viel Spaß gemacht hier in Bremen.
Das Publikum ist von der ersten bis zur letzten Band abgegangen und hat super Party gemacht und halt voll mitgezogen.
Es war ein sehr offenes und freundliches Publikum, mit dem man viel Spaß haben könnte.
War schön, wir kommen gerne wieder!
Ja, euer Auftritt war auch sehr kraftvoll, würde ich an dieser Stelle sagen.
Ihr habt um 00:45 Uhr gespielt und noch sehr viel Energie in eure Performance gesteckt, respekt!
Ja, das ist wohl wahr! Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass wir früher spielen und ursprünglich sollten wir gegen 23:00 – 23:30 Uhr auftreten, aber es ist ein bisschen später geworden.
Was nicht tragisch war, klar ist man kaputt um diese Uhrzeit, aber den Auftritt haben wir glaube ich noch ganz gut über die Bühne gekriegt!
Kommen wir auf euer aktuelles Album zu sprechen. Ihr habt Varár Anfang 2009 über SMP Records veröffentlicht. Wart ihr mit der Arbeit von eurem vorherigen Label „Massacra Records“ nicht zufrieden?
Ich möchte nicht schlecht über unser ehemaliges Label „Massacra Records“ reden.
Wir hatten kein Problem mit denen.
Leider war es jedoch so, dass wir eine von vielen Bands waren.
Das Label hat diverse Zugpferde, die auch die volle Unterstützung vom Label bekommen.
Auf uns hat es letztendlich den Eindruck gemacht, man habe gucken wollen wie man unsere Musik vermarkten könne.
Wie ist es wieder bei einem kleineren Label dabei zu sein?
Also die Jungs von Trollzorn reißen sich den Arsch auf. Die machen das nebenberuflich und tuhen alles was in deren Macht steht! Die haben keine großen finanziellen Mittel Werbung zu machen, aber sie machen wirklich viel.
Wir fühlen uns super aufgehoben bei Trollzorn/SMP und ich glaube das war für uns und für Trollzorn die absolut richtige Entscheidung den Plattenvertrag abzuschließen!
Das Album ist von der Szene und der Presse gut angenommen worden.
Die Wertungen erreichten teilweise die volle Punktzahl.
Sind euch Reviews wichtig oder macht ihr Musik nur für euch selbst?
Ja klar wichtig irgendwo schon! Es zeigt die Tendenz, wie unsere Musik in der Öffentlichkeit ankommt.
Aber Reviews, die in Magazinen geschrieben werden, werden von einzelnen Personen geschrieben die alle einen verschiedenen Musikgeschmack haben.
Das bringt dann eine gewisse persönliche Note mit sich, zum Beispiel einer der Bon Jovi hört und über uns ein Review schreibt...naja das kann einfach nicht gut ausfallen „lacht“.
Uns ist es wichtiger wie die Leute, die sich unsere CD holen und zu unseren Konzerten kommen, mit unserer Musik umgehen und das ist zu 90% absolut positiv.
Das neue Album rennt wie sau, die leute treten uns sehr positiv entgegen!
Die Leute singen unsere Texte mit und feiern!
Das ist halt das was wirklich zählt!
Reviews sind okay aber halt nicht alles! :-)
Womit beschäftigt ihr euch in euren Texten?
Gibt es ein bestimmtest Konzept, welches ihr verfolgt oder kommen die Lyrics aus dem Bauch heraus?
Also ein Konzeptalbum ist „Varár“ nicht. Das Album, welches wir 2010 Aufnehmen werden, wird ein Konzeptalbum sein.
Varár vereint mehrere Dinge. Klar sind die Grundlagen in Nordischer Mythologie bzw. Germanischer Vergangenheit zu finden, die mich persönlich und den Rest der Band sehr interessiert. Genau wie die Geschichte des Bergischen Landes, welche wir in unseren Songs verarbeiten. Zum Beispiel im Lied „Woringen“, welches von der Schlacht von Woringen handelt. Wir haben auch Themen wie die Völkerwanderung der Germanen verarbeitet, im Song „Varár“.
Das Lied „Schutt und Asche“ handelt von einem Krieger, der im Sterben liegt und sein Leben Revue passieren lässt.
Wir haben wie gesagt versucht die Themen breit zu fächern. Neben Vikingern, Nordischer Mythologie und Germanentum haben wir versucht eine persönliche Note reinzubringen und ich glaube das ist uns auch ganz gut gelungen.
Du bist auf „Varár“ zum ersten Mal als Sänger zu hören. Seit eurer Gründung 1997 hast du ausschließlich Gitarre gespielt und nach dem Weggang eures Sänger „Nezrac“ 2008 den Posten des Frontmannes übernommen. Was hat dich dazu gebracht den Posten an dem Mikro zu übernehmen?
Wir haben uns von Nezrac ja Ende 2008 getrennt und ich war eigentlich schon immer für die Backgrounds zuständig bei uns in der Band. Ich habe auf unseren älteren Alben auch schon einige Parts beim Gesang übernommen, außerdem habe ich zusammen mit unserem Bassisten Zui einiges an Texten geschrieben.
Daher stand ich ganz gut im Element, da wir schon das Studio gebucht hatten und ich als Notnagel da stand.
Es hat mir viel Spaß im Studio gemacht, es war natürlich was ganz anderes als nur Background Gesang bei zusteuern oder nur Gitarre zu spielen.
War sehr neu und dementsprechend anstrengend für mich.
Ich habe viel im Studio experimentiert, obwohl ich nur wenig Zeit hatte mich auf die Aufnahmen vorzubereiten.
Es hat den Jungs und anderen die das Album gehört haben so gut gefallen, dass die gesagt haben, dass ich weitermachen sollte.
Zuerst habe ich versucht Gitarre zu spielen und zu singen, was natürlich ging aber irgendwie nicht das gelbe vom Ei war. Ein Frontmann macht schon einiges aus, als nur ein Gitarrist der gleichzeitig singt, weil er halt an sein Instrument gebunden ist. Wir haben dann daraufhin versucht einen Sänger zu finden. Es haben sich einige nette Leute gemeldet, die auch vorgesungen haben.
Es waren ziemlich gute Sänger dabei aber wir haben einen Mann gesucht, der uns einen Schritt weiter bringen sollte und da war nun leider keiner dabei.
Wir wollten einen Sänger haben, den wir nicht großartig anlernen sollten und da sich leider kein passender Mann gefunden hat, haben mich die Jungs wie gesagt gefragt, ob ich nicht Lust hätte das weiter zu machen.
Und jetzt habe ich den Salat, stehe auf der Bühne ohne meine Gitarre und muss in das Mikro klechsen „Lacht“.
Besteht eine Verbindung zwischen dem Weggang von Nezrac und der Rückkehr eures Gitarristen und Gründungsmitgliedes Dornaz?
Nee, das sind zwei unterschiedliche Sachen. Bei Nezrac und Obscurity gab es Gründe, warum man sich getrennt hat. Dornaz hat damals aus beruflichen Gründen aufgehört und da ich mich nur noch auf den Fronter konzentrieren wollte, kam kein anderer außer Dornaz für uns in Frage!
Wir suchten eine Person, die menschlich zu uns passt. Wir funktionieren als Kollektiv und brauchen keine Selbstdarsteller oder Egoisten. Da Dornaz seinen beruflichen Werdegang hinter sich hatte, stand seiner Rückkehr in die Band nichts mehr im Wege.
Er war für uns die erste Wahl, er war 6 Jahre lang raus aus der Band und musste ein bisschen angelernt werden. Man musste ihm nochmal erklären, dass die Gitarre 6 Saiten hat „lacht“.
Aber er macht es ganz gut und wir freuen uns, dass er zurück ist und den Job macht er auch sehr gut!
Du hast gesagt, ihr funktioniert als Kollektiv. Wie läuft denn bei euch der Songwriting-Prozess? Schreibt jeder an seinen eigenen Songs, oder macht ihr das alles zusammen?
Es läuft meist so, dass wir uns zu Hause oder im Proberaum Ideen ausdenken, meist die Gitarristen. Ich schreibe auch weiterhin an den Songs aktiv an der Gitarre. Das werde ich mir auch nicht nehmen lassen, ganz ohne geht es nicht... Wir setzen uns zusammen und überlegen uns, was für einen Song wir machen möchten oder welche Songs wir schon haben und was für einen Song man machen könnte, um bereits vorhandenes Material zu ergänzen.
Dann gucken wir halt, was wir alles an Ideen haben und an Ideen sammeln können.
Zum Beispiel haben wir Riffs an der Gitarre, dann kommt Bass und Schlagzeug oben drauf.
Jeder gibt seinen Senf dazu, was auch ziemlich gut ist, weil meine Idee muss nicht immer die Beste sein. Von daher hat jeder Mitspracherecht.
Das ist nicht so, dass man sagt: „So machen wir es jetzt!“, sondern wirklich jeder kann mitreden.
Das klingt nach einer familiären Atmosphäre. :-)
Ja, anders funktioniert es auch nicht bei uns. Wir haben halt auch Leute gesucht, die persönlich und menschlich zu uns passen.
Deswegen sind wir den Weg mit Dornaz auch gegangen und haben ihn wieder in die Band gehohlt.
Das ist eben Obscurity!
Wie weit seid ihr mit dem Nachfolger für „Varár“???
Wir werden nächstes Jahr 2010 im Frühjahr ins Studio gehen, haben auch schon ein paar Songs stehen.
Die sind meiner Meinung nach richtig Geil geworden. Weiterentwicklung ist immer so eine blöde Aussage. Ich sage mal, das Album wird der nächste logische Schritt nach „Varár“ sein. Es wird nicht komplett was neues sein, sondern es lehnt an unsere ganzen Alben an! Es werden alle Elemente der Band auf dem Album vertreten sein!
Es wird ein Konzeptalbum werden und wie gesagt, wir haben schon einige Songs fertig.
Es müssten 90 - 95 % der Songs stehen, damit man sehen kann, wie man die Texte drauf legen kann, welche Texte auf welche Songs passen und in welcher Reihenfolge die Songs letztendlich auf dem Album stehen sollen. Es ist dieses Mal ein bisschen schwieriger vom Songwriting her, aber es läuft gut!
Wir bleiben gespannt! Bleibt ihr für das nächste Album bei Trollzorn/ SMP?
Ja, definitiv!
Okay, an dieser Stelle viel Erfolg und Ihr habt heute ordentlich die Bude gerockt...
Ja, du auch!
Der Kollege, der neben mir sitzt und mir die Fragen stellt hat mich nämlich heute unterstützt auf der Bühne und hat mit mir das Mikrofon geteilt. Das hat er sehr gut gemacht.
Vielen Dank an dieser Stelle! Euch viel Erfolg, danke für das Interview, viel Spaß morgen in Thüringen und kommt gut nach Hause! Macht weiter so...
...und möge die Macht mit dir sein mein Sohn!
08.03.2010, Ivan Chertov












