RAGING DEATH DATE 2010 - Festivalbericht

Zum zweiten mal schon wurde in diesem Jahr das ostdeutsche Örtchen Neustadt an der Orla zum Austragungsort des Raging Death Date- wir berichten!
25 Bands, hauptsächlich im Thrash bzw. Black/Thrash Sektor angesiedelt bescherten dem Wotufa Saal ein weiteres unvergessliches Osterfest.
Noch bevor die letzten Gäste anreisten, eröffneten Sanctifying Ritual um 12 Uhr das Spektakel.
Einige Bands später füllte sich der Saal beim Ketzer-Auftritt um kurz nach Sechs bereits merklich. Offenkundige Spielfreude und ein makelloser Auftritt ließen über den relativ mäßigen Ton hinwegblicken.
So schön kann Blasphemie sein.
Keine drei Stunden später standen bereits die Italiener Necrodeath in den Startlöchern, um eine Fülle an Liedgut an den Mann zu bringen. Nach den üblichen ein, zwei Zugaben hatte man beinahe das Gefühl, sie hätten noch eine zweite Setlist im Gepäck- gezählt hat da wohl keiner mehr.
Leider ging hier der Gesang zeitweise enorm unter, sodass einige Titel erst nach ein paar Sekunden zu identifizieren waren. Die Truppe war mit Elan am Werk und das Leeren des Saales gen Ende war wohl eher der allgemeinen Erschöpfung zuzuschreiben, als Missfallen.
Minotaur im Anschluss waren schlichtweg die pure Zerstörung. Alle Klassiker dabei, guter Ton, top Gesang und alles mehr als solide gespielt. So gerne wieder!

Schon um 13:00 starteten Nocturnal Witch den Ostersonntag, gefolgt von Evil Warriors und Waffenträger Luzifers.
Nachmittags legten Division Speed einen grundsoliden Auftritt hin, der anfangs jedoch ein wenig holprig klang. Schon beim zweiten Lied waren alle Probleme behoben und man knüppelte was die Felle hielten.
Zu Succubitch fand man einen leergefegten Saal wieder, was die Jungs aber scheinbar nicht interessierte- musikalisch spielte man hier für Massen.
Ebenjene trafen wenig später zu Iron Kobra ein und der Saal kochte. Unmittelbar nach Bühnenantritt herrschte nach 65 Jahren wieder Bombenstimmung der Güteklasse. Neben Gastmusikern von Sex Gepard und Warhammer fand sich auch ein Running Wild Cover in der Setlist (Victim of States Power), welches Volker "Iron Lung" Frerich zum Besten gab.
Barbatos schienen leider den Takt nicht ganz zu finden, wirkte vor allem der Gesang doch teils arg hineingeworfen. Das musikalische Agressionspotential wurde jedoch voll ausgeschöpft und ließ über einige Macken hinwegsehen.
Im Anschluss waren Hellish Crossfire deutlich mehr darauf bedacht, der Menge zu zeigen, was man aus Instrumenten so alles rausholen kann. Unglaublich präzise gespielt machte die ganze Nummer einfach tierisch Spaß- die Jungs waren voll dabei. Leider mussten die letzten Lieder ohne Bass auskommen, da Siggi gesundheitliche Probleme hatte.
Kaum waren die letzten Knochen aufgesammelt, rollten bereits die ersten Panzer auf die Bühne...quasi. Die deutsche Black/Thrash Instanz Blizzard machte es sich zur Aufgabe, als letzter Headliner den Saal nocheinmal richtig zu zerstören, was wirklich mehr als gelang. Schnell, laut, dreckig. Kaum ein Klassiker wurde vermisst, bis auf den zu Anfang viel zu stark zimmernden Bass war tontechnisch alles top, Atze war gut bei Stimme und es wurden so einige Biere verteilt. /So/ muss es sein, so soll es sein, so wird es hoffentlich wieder.
Nach dem Rausschmeißer Witchfukk fand dieses grandiose Festival leider schon sein Ende, welches die letzten Aufrechtstehenden zumeist an der betriebseigenen Feuertonne ausklingen ließen.
Fazit: Faire Preise (Bier 2€; Bratwurst 1,50€; 2-Tagesticket- VVK: 18€ AK: 22€; 1-Tagesticket 15€), super Stimmung und tolle Bands, rundum genial!
Lennart Nuxoll












